Mittwochs-Nachmittags-Radltour nach St. Christoph

Tourenbegleiter: Alois Kern

12 Personen beteiligten sich an der diesjährigen „Mittwochs-Nachmittags-Radtour“.

Noch um 9.00 Uhr wurde gehadert, ob die Tour regenfrei durchführbar ist, doch es kam um ½ 11 die Sonne zwischen den Wolken hervor, und es entwickelte sich genau die richtige Temperatur für diese Radtour, Sonnig – nicht zu heiß, um 14.00 Uhr begannen wir mit unseren Rädern diese Tour.

Die Tour führte über Brand, Brandstätt nach Albaching, wo wir bereits unseren ersten Stopp hatten, bei der „Franzosenlinde“ .
Diese Linde wurde von den französischen Gefangenen gepflanzt, welche nach Albaching eingewiesen wurden um den umliegenden Bauern bei der landwirtschaftlichen Arbeit zu helfen. Es entwickelten sich - nach Abbau der Sprachbarriere – freundschaftliche Zustände. Bei der Linde neben der alten Schule, wo die Gefangenen wohnten, traf man sich nach getaner Arbeit und wartete dem Frieden entgegen.

Gleich nebenan ist die die schöne Albachinger Kirche, auch dieser statteten wir einen kurzen Besuch ab, und bewunderten den Stil der Innenausstattung. Auf einer Info-Tafel können wir lesen, dass es einer der schönsten Kirchen in Bayern ist.

Beim Radeln durchs Dorf gab Wast gleich eine Führung durch seinen Heimatort und erklärte die wichtigsten Gebäude.

Gleich nach der kleinen Ortschaft „Wall“ sieht man dann auch schon die Kirche von St. Christoph, und schnell danach sind wir am Ziel unserer Radltour, dem Kirchhof von St. Christoph

Etwas Geschichtliches:
St. Christoph war Grenzgemeinde zu Bayern – als es noch zur freien Reichsgrafschaft Haag gehörte.
Die Kirche bestand schon 1315, wurde von den Haagern 1390 neu errichtet, man sagt, dass man für diese Kirche die Steine der Burg Fraunberg von Christoph verwendete, nachdem diese vom Herzogtum Bayern zerstört worden war.

Spätestens ab hier entwickelte sich der Radlausflug mit Kirchenbesuch zu einer kleinen, feinen
Kirchen-Besichtigungs-Insider-Tour.

Nachdem wir den Gedenksteinl für 600 gefallene Franzosen in der Schlacht von Hohenlinden besichtigt hatten, besuchten wir die Kirche von innen.

Wir hatten Glück, Frau Münch – früher Haagerin – ist jetzt Meßnerin in St. Christoph, und sie zierte sich nicht, uns vieles zu zeigen und auch zu erklären.

Nachdem wir in der Kirche die 52 Engel besichtigten – für jede Woche einer, jedoch nicht wochenzugeordnet - bestaunten wir die 1900 geschaffenen Außenfenster. Wohlhabende Kirchengemeinde-Bürger hatten damals diese Fenster gestiftet, angepasst an die Vornahmen ihrer Familie: Hl. Elisabeth, Hl. Lauretius, Hl. Aloisius.

Es waren da auch auf dem Chorstuhles sechs von den Sieben Fällen des Jesus beim Kreuzweg – schon ältere Gemälde – abgebildet, auch das Erinnerungs-Gebilde zu 100 Jahre Erscheinungen in Fatima, durften wir sehen.

Das Angebot, die Sakristei besichtigen zu dürfen, nahmen wir gerne an. Hier waren viele interessante sakrale Dinge zu besichtigen, alle alten Schränke und Truhen hatten die wertvollen Bänder und Scharniere auf der Innenseite angebracht, eine Rarität.

Auch die Turmbesteigung begeisterte uns. Als wir über einige Treppen nach oben in einem Raum standen, in dem jetzt Dinge (Karfreitagsratsche, Ölberg, Madonna im Strahlenkranz usw.) gelagert sind, die während des Kirchenjahres nach und nach benötigt werden, wurde uns erzählt, dass dies früher der Schulraum für die Kinder war, sie wurden dort unterrichtet.

Wir besichtigten auch die Glocken, das Uhrwerk für die Turmuhr, und es waren auch noch die Löcher im Boden da, als man die Glocken noch per Hand läutete.

Zum Abschluss – es war ja noch der Wonnemonat Mai, der im christlichen Glauben der Hl. Mutter Maria zugeordnet ist, und auch Maiandachten sind – haben wir noch das Marienlied „Segne du Maria …“ gesungen, und dann verließen wir diesen interessanten Ort.

Wir wollten nicht den gleichen Weg – wie wir gekommen sind – zurück fahren, und entschlossen uns, die Strecke Schützen-Marsmeier-Haag zurückzufahren, doch vorher gab es nochmals ein Schmankerl.

Walter wusste den westlichsten Grenzstein des Haager Landes, hier in dieser Nähe. Natürlich haben wir den noch besichtigt. Man kann die Einmeisselungen – auf der einen Seite von Haag und auf der anderen Seite von Bayern -- noch erkennen.

Dann jedoch ging es mit voller Kraft voraus zum höchsten Punkt in Haag, der Hofgarten-Biergarten war unser abschließendes Ziel, hier labten wir uns unter Kastanienbäumen, bei schönem Wetter mit Getränken und Brotzeit.

Für jeden aus unserer Gruppe „ging es danach bergab“, heim zum Ausrasten in die eigenen Gefilde.

Wir hatten einen schönen und interessanten Ausflug hinter uns. Viele meinten:“ So was mach ma nächstes Jahr wieder !“

Bericht: AK
Fotos: AK
Fotos: HK

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