„Grenzenlos-Weg“ – Wanderung Hainbach – Sachrang

Tourenbegleiter: Gudrun Frey

Gudrun hatte eigentlich eine andere Tour vor, der Schachen – ebenfalls im Sachranger Tal – sollte bestiegen werden. Doch war dort noch zu viel Schnee für diese Tour. So wanderten wir eine Teil-Etappe des „Grenzenlos-Weges“ – von Hainbach bis nach Sachrang.

Um 8.30 Uhr ging es mit dem Ski-Club-Bus von Haag los, leider beteiligten sich nur fünf Personen und ein Hund an dieser schönen Tour, die eigentlich eine größere Beteiligung wert gewesen wäre. Vielleicht war die schwache Beteiligung der Tatsache zu gründen, weil die Tour „nicht in die Höhe“ ging, sondern im Tal statt fand.

Über Frasdorf ging es nach Aschau, Hohenaschau, und am Parkplatz Hainbach stellten wir unseren Bus ab, Parklätze waren genug vorhanden.

Der Wetterbericht sagte für heute ein „Traumwetter“ voraus, Sonne und Wolken – und im Alpenvorland bis zu 21 Grad Celsius plus.

Wir gingen dann los, entlang der nicht mehr genutzten Langlaufloipe, es war noch kühl genug, dass uns der Schnee trug. Nach etwa einer Stunde wechselten wir die Seite und gingen rechts von der Hauptstraße, und wir kamen durch einige schöne, kleine Ansiedlungen.

Ein Leben lang fahren ich und viele andere in diese Gegend, und das Ziel ist Auto parken und hinauf auf irgendeinen Gipfel, oder eine Hütte. Heute ist das anders. Wir gehen durch diese Anwesen am Rand der Nebenstraße, und betrachten diese auch genauer, manche locken sogar unseren Fotoapparat heraus.

Manche Gehöfte sind sogar mit einer Geschichtstafel bestückt, eine erzählt z. B. dass dieser Hof „Vierzehnhundert- und noch was …“ zum ersten Mal erwähnt wurde, dann im Besitz von Kramer-Klett war, später war hier das Forstamt drin, und jetzt ist es ein privates Anwesen. Und man sieht diesem Anwesen auch an, dass die, die jetzt da sind, ihre Freude an dem Anwesen haben, rundherum ist alles bestens im Schuss, das Gebäude und der Umgriff strahlen „Zufriedenheit“ aus.

Auch sehen wir die riesigen Schneehaufen, die hier bis zu über drei Meter hoch sind, vom Schneeräumen der letzten Monate, auf den Dächern befindet sich jetzt – trotz Tauwetter der letzten Tage – noch eine stattliche Schneehöhe, geschätzt 70 cm.

Dieser Weg – den wir jetzt rechts von der Straße gehen – ist keineswegs eine „monotone Flachland-Latscherei“, immer wieder geht es weg von der Nebenstraße, zu kleinen Anhöhen hinauf, im Wald oder auch auf freier Strecke, so haben wir – wenn man alles zusammen zählen würde – doch eine kleine Bergtour gehabt.

Diejenigen, die diese Strecke mit ihren „Grenzelos-Schildern“ incl. Wegangabe beschilderten, haben dies vielleicht nach einem ausgedehnten Frühschoppen getan. Wir benötigten für die Strecke, wo es hieß: „noch 2 km nach Sachrang…“ bis es dann 1 ½ km nach Sachrang hieß, etwa eine dreiviertel Stunde, und für die restliche Strecke nur noch eine halbe Stunde. Vielleicht wurde diese Strecke auch nach „österreichischen Meilen“ berechnet ?

Jedenfalls kamen wir nach 2 ¼ Stunden schönen Wanderns in Sachrang an, und erlebten eine Enttäuschung.
Ich habe meinen Mitwanderinnen erzählt – und ihnen die Zähne lang gemacht – wie gut man im Sachranger Hof essen kann, Hirschbraten, Gamsgulasch, und auch viele andere Speisen schilderte ich plastisch - während des Gehens, und als wir dort waren, stellten wir fest, dass sich diese Leute hier zwei Wochen wohlverdienten Betriebsurlaub gönnten.

Daneben war die Pizzeria, diese suchten wir dann auf, und dort wurden wir auch bestens bedient, ich schwärme heute noch von meinen Ravioli mit Gorgonzola-Soße und Walnüssen. Vorher gab es ein kostenloses Tomatenbrot als „Entree“ und zum Schluss einen kostenlosen Aperitif.

Diese Einkehr konnte sich sehen lassen, normalerweise hätte man da noch einen Liter „Roten“ d`rauf stellen sollen, doch hatten wir ja noch den Rückweg zu gehen. Es wäre natürlich auch die Möglichkeit, mit dem Bus zurück zu fahren, aber es war Ehrensache, dass wir den Rückweg zu Fuß gehen.

Wir gingen ein Teilstück am schneefreien Wirtschafts- und Radlerweg, dann schwenkten wir wieder in die Strecke des Herkommens ein.

Nach 1 ¾ Stunden waren wir wieder bei den Autos – die Schneedecke trug uns noch immer. Dies hatten wir der Tatsache zu verdanken, dass die 21 Grad nicht eingetroffen sind. Wer das Sachranger Tal kennt, der hatte vorher gewusst, dass es hier kühler ist, als anderswo, nicht zuletzt ist ja dieses Tal ein Geheimtipp für die, die auch noch Langlaufen wollen, wenn es auf anderen Loipen schon lange nicht mehr möglich ist.

Auch heute sehen wir auf dem Hauptteil der Loipe Langläufer und Langgeher, jedoch der übliche Langlauf-Rummel war schon nicht mehr zu erkennen.

Gudrun hat uns zu einem schönen Tag eingeladen, mit einer Gehleistung von vier Stunden geht das weit über einen Sonntagsnachmittags-Spaziergang zu Hause hinaus, Sonne und Wolken wechselten sich ab, und die Temperatur war auch erheblich über 10 Grad, was will man um diese Zeit, im Gebirge mehr ?

Sicher werden sich die Teilnehmer, wenn sie das nächste Mal im Sachranger Tal sind, daran erinnern, dass es hier nicht nur eine Straße, einen Parkplatz und einen Berg oder Hütte gibt, sondern dass im Hintergrund schmucke, alteingesessene, und interessante Dörflein und Anwesen sind

Bericht: AK
Fotos: AK + HK

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