Mittwochstour Hochplatte 1587m, 10. Mai 2017

Tourenbegleiter: Fritz Scheurer

„Elf Leute und ein Hund standen auf der Matte,
Als es ging mit Fritz zu der Hochplatte,
das Wetter ist heut wirklich gut,
was nach dem vielen Regen recht gut tut,
Jetzt sitzen wir beim Gasthaus Staffen, (Schnappen)
und jeder hat einen anderen Happen. „

Unser obligatorisches „Karten-Schnell-Gedicht“ sagt ja schon einiges aus. Wenn auch der Autor dieser Zeilen Sie Staffenalm mit der Schnappenalm verwechselte, eine kleine Kritzelei regelte dies wieder, mit den Worten: „Des is al Live-Sendung, do muaß ned immer ois perfekt sei….“ hatte er die Lacher auf seiner Seite.

Pünktlich um 8.00 fuhren wir mit dem Gemeindebus und einem PKW weg, Großrichtung Grassau. Nach Grassau zweigen wir ab nach Piesenhausen und fuhren zum Parkplatz der Hochplattenbahn, wo wir dann parkten.

Wir leisten uns heute die Aufstiegshilfe zum Gruppenpreis von 6,00 € pro Nase , indem wir den Doppelsessellift in Anspruch nahmen, dies ersparte uns eine gute Stunde Aufstiegszeit und ging bis kurz unter die Staffenalm. Alle freuten sich, dass wir die paar hundert Höhenmeter nicht den Kiesweg hinauf gehen mussten, nur der Hund nicht. Der „Strolchi“ verweigerte den Lift, die wackelige Angelegenheit war halt doch nicht „jederhunds Sache.“ Bei Strolchi und Frauchen, waren dann doch der Fußmarsch angesagt.

Die Liftfahrt war interessant, die wasserfallähnlichen Kaskaden des Baches, die vielen efeubewachsenen Stämme, die Baumstöcke der gefällten Bäume, weil die Schneise breiter geworden ist, und vieles andere mehr ließen keine Langeweile aufkommen.

Drei Sachen stachen nach dem Aussteigen bei der Bergstation (1031 Hm) sofort ins Auge, der markante Gipfel des Friedenrath, der pyramidische grün/weisse Gipfel der Hochplatte und natürlich die Staffenalm, mit dem weitläufigen Spiel- und Ruheplatz für Kinder und Erwachsene, wo wir später einkehren werden.

Wir entschieden uns für den westlichen Anstieg, nahe vorbei am Friedenrath in Richtung Piesenhausener Hochalm. Dieser Weg ist zwar länger als der Normalanstieg, jedoch ein wunderschöner Steig.

Als wir am Fuß der Gipfelpyramide ankamen, war uns allen klar: Ab jetzt heißt die Tour: Winterwanderung. Wir gingen abwechselnd über apere Stücke und Schneefelder sowie einen verschneiten Steig hinauf zum Gipfel, zwei Stunden brauchten wir für den Aufstieg.

Am Gipfel herrschte lustiges Treiben von einer uns unbekannten Gruppe, alle hatten einen Piccolo-Sekt in den Händen, als dann die „Geburtstagshymne“ gesungen wurde, war uns klar, was da abläuft. Diese Grupp hatte den Berg von der Südseite bestiegen, wo wahrscheinlich wesentlich weniger Schnee lag.

Wir machen eine halbe Stunde Rast, diese war gut geeignet für ein Getränk und etwas zum Beissen aus dem Rucksack.. Wir hatten heute eine unbeschreiblich gute Aussicht auf den noch verschlafenen Chiemsee und die vielen Berge ringsum.
Wir sahen den Hochfelln und den Hochgern , die Loferer und Leoganger Steinberge, den Wilden Kaiser, Breitenstein und Geigelstein , auch die Kampenwand und die Gedererwand erwiesen uns ganz nah die Ehre und waren plastisch so scharf, dass man meinte, sie wären mit einem Fußmarsch von 2-3 Stunden locker zu bezwingen.

Und eine Reihe weiter hinten sahen wir u.a. den Großglockner und den Großvenediger, alle im weissen Gewande.

Vom Unterberghorn kamen die bunten Paraglider ganz nahe zu uns herüber, schön anzuschauen, diese mutigen Leute, die Freiheit pur“ genießen.

Wir schossen noch ein paar Gipfelfotos, und dann ging es wieder hinein in den Schnee, der inzwischen etwas weicher und rutschig geworden war. Alle passten auf, dass ihre Hosen auf der Rückseite keine „braune Ansicht“ bekamen.

Als wir die Gipfelpyramide nach unten geschafft hatten, waren wir wieder auf festem Boden, und wir entschlossen uns die, Staffenalm auf einem anderen Weg anzusteuern , dieser war eine trittfeste Kiesstraße.

Auf einem Schild lesen wir, dass wir uns auf dem Europäischen Fernwanderweg Nr. 4 befinden, die Pfeile zeigten Pyrenäen-Jura- Neusiedler See – Balaton an, aber so weit wollten wir heute nicht gehen.

Hemdsärmelig saßen wir bei der Staffenalm im Freien und bestellten eine frische Halbe Weißbier, an Russ`n, oder an Spezi, schnell waren diese Getränke auch auf dem Tisch. Das Wirtshaus hatte jede Menge an essbaren Köstlichkeiten zu bieten, meist Nudelsuppe mit Rindfleischeinlage und Eiern mit Speck gelüstete unsere Teilnehmer, danach noch ein „Scheierl“ (Schälchen) Kaffee, dazu eine Stück Rhabarber-Sahne-Torte. Wir hatten freien Blick zu unserem „erlegten Berg“ , in solchen Momenten hat die Welt ein wirklich gutes Gesicht.

Abwärts haben wir die Liftunterstützung verweigert, wir gingen den teils sehr steilen Schotterweg zu Fuß hinunter und kamen alle gut und sicher bei den Autos an.

Wenn wir auch den Winter über das Berg-Gehen nicht ausgesetzt haben, war es trotzdem eine Art schöne „Eingehtour mit zwei Jahreszeiten“ Frühling-Winter-Frühling.

Der Fritz hat die Tour gut geleitet, der Wast hat uns gut hin und zurück gefahren, einen Dank den Beiden.

AK

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