Radltour von Haag in den Englischen Garten am 18. Juni 2017

Mit dem Radl nach München und zurück war unser Ziel. Man kennt ja meistens nur die Fahrt in die Landeshauptstadt über die dieselbelasteten Schnellstraßen und Autobahnen. Es gibt aber immerhin noch eine wunderschöne nördliche Route, abseits des Trubels. Bei idealem Radlwetter rollten unsere Räder auf Nebenstraßen, Feld- und Waldwegen über Buch am Buchrain , Ottenhofen zum Finsinger Speichersee, der den meisten noch unbekannt war. Diese große Wasserfläche vor den Toren einer Großstadt ist ein Vogelschutzgebiet und strahlt irgendwie eine meditative Ruhe aus. Auf dem Weiterweg nach Unterföhring mussten wir einmal unsere Räder, darunter zwei E- Bikes, über eine Leitplanke heben. Danach tauchten wir ein, in die Isarauen und radelten weiter durch die Hirschau zum Englischen Garten.

Die Anlage E. G. wurde 1789 von dem damaligen bayerischen Kriegsminister Reichsgraf v. Rumford angeregt und von dem Gartenbauer F.L. von Sckell ausgeführt. Er gilt als die größte innerstädtische Parkanlage der Welt.

Nach 65 km machten wir im Biergarten am berühmten Chinesischen Turm ausgiebige Rast mit Radler und Münchner Spezialitäten.

Der Chinesische Turm wurde nach dem Vorbild einer großen Pagode in London gebaut, die sich wiederum an einer chinesischen Pagode in Peking orientierte.
Ab 12 Uhr mittags war bayerische Blasmusik vom Chinesischen Turm im Englischen Garten zu hören. Man hätte uns mit "traditionel chinese music" auch zu viel zugemutet! Dieses Paradoxon strahlt irgendwie den unwiderstehlichen Charme Münchens aus.

Unser Aufenthalt hat sich dann wegen einer Reifenpanne noch etwas verlängert. Anschließend besuchten wir noch den Monopteros, von dort man eine gute Aussicht auf die berühmte Silhouette von München hat. Im klassizistischen Sinn stellt der Monopteros eine Musentempel dar. Anschließend bestaunten wir noch die wagemutigen Wellenreiter im kalten und reißenden Eisbach.

Auf der Rückfahrt entlang der Isar passierten wir den Friedensengel, das Maximilianeum bis zum Gasteig, wo wir in die Preysingstraße, mit den typischen Vorstadthäusern, bis zum Ostbahnhof einbogen. Weiter radelten wir entlang des Isar- Inn- Panoramawegs durch ruhiges Wohngebiet und Wälder bis Grasbrunn. Auf dem Weg über Zorneding nach Ebersberg besuchten wir noch das idyllische Möschenfeld, eine ehemalige Klosteranlage. Nach einer Kaffeepause in Ebersberg war noch ein heftiger Anstieg vor Mailing zu bewältigen. In der Nähe von Albaching genehmigten wir uns noch ein wohltuendes Fußbad in einer Kneippanlage, bevor wir nach 12 Stunden wieder in Haag einradelten. Die reine Fahrtzeit betrug 7,5 Stunden mit knapp 130 km.

Eine wunderbare Rundtour auf ruhigen Wegen mit 21 Radlern und schönen Eindrücken.

Juni 2017

W. Liebl

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