Kurzchronik und Eckdaten der Alpenvereinssektion Haag

Schon vor der Sektionsgründung um 1890 machten eine gesellige Vereinigung von 16 bergbegeisterten Haagern ( Alpen-Verein-Haag) mit verschiedenen Bergfahrten auf sich aufmerksam. Man kann die Begeisterung und die Sehnsucht dieser Burschen, in die Berge zu gehen gut verstehen, da bei schönem Wetter von Haag aus das Bergpanorama überwältigend ist. Bereits 1889 sind neben den naheliegenden Chiemgauer Bergen 8 bis13- tägige Touren zum Großglockner, Cevedale und Ortler erwähnt.

Am 3. November 1897 wurde anlässlich einer Hauptversammlung die Umgestaltung des bestehenden „ Alpen-Verein-Haag“, in die Sektion des Deutsch- Österreichischen Alpenverein Haag beschlossen. Der nachfolgende Statutenentwurf wurde am 17. Nov. 1897 vom Centralausschuß des DAÖV anerkannt und der Verein als „ Sektion Haag“ ab 01.01.1898 aufgenommen. Im Gründungsjahr schlossen sich weitere 9 Mitglieder der Sektion an.

In den zwanziger Jahren erfreute sich der Verein einer steigenden Mitgliederzahl. Im Jahre 1929 schloss sich der 1926 gegründete Ski-Club Haag der Sektion als eine selbständige Unterabteilung an. In den Statuten ist zu lesen, „als Mitglied der Skiabteilung können nur solche Alpenvereinsmitglieder betrachtet werden, welche den Skisport betreiben“. 1931 wurde die Skiabteilung dem Deutschen Skiverband angeschlossen.

1966 entstand bei einigen aktiven jungen Burschen die Idee auf der Mauckspitze (2231m) im Wilden Kaiser, ein Gipfelkreuz zu errichten, was sofort eine Welle der Begeisterung auslöste. Nach langwierigen Arbeiten und Schwierigkeiten beim Transport des schweren eichernen Kreuzstamms auf den steilen Gipfel, konnte Herr Pfarrer Brenninger am 24. Sept. 1967 das Haager Gipfelkreuz einweihen. Seitdem wird jedes Jahr auf dem Platz der alten Ackerlhütte die Bergmesse gefeiert.

In der langjährigen Vereinsgeschichte können wir auf unsere „ Alpenvereinssänger“ stolz sein, die sich 1969 zunächst als gemischter Chor anlässlich der Silberhochzeit des damaligen 1. Vorsitzenden Dr. Fritz Schrank vorstellten. Durch viele Auftritte, jetzt als Männerchor, waren sie weit über unseren Landkreis bekannt.

1998 gründete Hans Heilmeier die „Alpenvereinsplattler“, die bis heute bei vielen feierlichen Anlässen sehr begehrt sind. Die Idee entstammt der Tatsache, dass vor 100 Jahren in der Sektion schon einmal ein Plattlerkurs angeboten wurde.
Hervorzuheben ist noch die große 100- Jahrfeier der Sektion mit erfolgreicher Jubiläumstour 1998 in den Kaukasus und die Besteigung des Elbrus (5641m).

Der Plan eine Kletteranlage zu bauen keimte schon in den 70er Jahren, als man das Bergkopfgelände als idealen Standort gewählt hat. Das Vorhaben scheiterte an langwierigen Planungs- und Genehmigungsverfahren und nicht zuletzt an den hohen Kosten.
Dafür kann die Sektion seit 2004 die Kletterwand in der neuen Realschulturnhalle benützen. Bei der Planung und Verwirklichung der Kletterwand war unsere Sektion maßgeblich beteiligt.

Seit 2005 steht den Vereinsmitgliedern eine Geschäftsstelle im Leprosenhaus in der Wasserburgerstraße, mit regelmäßigen Öffnungszeiten zur Verfügung.
Im Jahr 2008 wurde mit dem Meissner Haus der Sektion Grafing eine Hüttenpatenschaft eingegangen.

Unter großem Einsatz und viel Eigenleistung wurde 2009 im Dachgeschoß des Leprosenhauses ein attraktiver Boulderraum und Vereinsraum mit neuer Geschäftsstelle eingerichte

In der 115-jährigen Vereinsgeschichte hat die älteste Sektion im Landkreis den 11. Vorstand und zählt derzeit über 1500 Mitglieder.

Unter anderem verweise ich auf unsere Festschrift von 1998 und unsere jährlichen Programmhefte.

Haag, März 2013

Dr. W. Liebl